Über mich

Mein Weg zu Wertschätzend klartext reden

Als Rechtsanwältin und Lobbyistin in Brüssel war ich es gewohnt, Informationen kurz und knackig aufzubereiten. Und um eine Diskussion und eine Menge Klartext war ich nie verlegen.

Im Privatleben war es anders. Wenn es nicht um Zahlen Daten oder Paragrafen ging, hatte ich oft das Gefühl, in Gesprächen leer auszugehen. Obwohl ich mir viel Mühe gab, mich verständlich auszudrücken – häufig fehlte mir Resonanz und das Gefühl, wirklich verstanden zu werden.

Eine Sinnkrise führte mich mit Ende zwanzig zum Entschluss: Ich kehre Brüssel den Rücken, gebe meine Anwaltszulassung zurück und folge meiner eigentlichen Berufung.

Seitdem habe ich mich in den unterschiedlichsten (kommunikations-)psychologischen Bereichen intensiv fort- und weitergebildet – immer bewegt von der Frage, was zwischenmenschliche Kommunikation wahrhaft gelingen lässt.

BEsonders interessieren mich dabei:

  • Die Gestaltung der Sprache: Wie genau kann Sprache so gestaltet werden, damit Menschen sich wohl und gut aufgehoben fühlen im Gespräch und dennoch das geklärt wird, was Klärung bedarf?
  • Die Psycho-Logik des Menschen: Welche inneren Abläufe hindern Menschen daran, wertschätzend Klartext reden zu können – so dass sie entweder abtauchen in die Sprachlosigkeit oder aber aggressiv und angriffig werden?

Die Antwort auf das “Wie genau” habe ich 2006 gefunden, als ich die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg kennen gelernt habe. Während andere Kommunikationsmodelle vor allem erklären, weshalb Kommunikation gelingt oder auch nicht gelingt, gibt die GFK ein konkret umsetzbares Werkzeug an die Hand. Mithilfe der GFK wird es möglich, Kommunikation bewusst so zu gestalten, dass sie klar und prägnant und dabei verbindend und werschätzend wird.

Bei der Frage nach den biografischen Prägungen schöpfe ich u. a. aus Aspekten der Tiefenpsychologie, der Arbeit mit dem Inneren Kind und der Identitätsorientierten Psychotraumatherapie.

Wertschätzend Klartext reden

Meinen großen Erfahrungsschatz rund um gelingendes Kommunizieren und Beziehungsgestaltung, die Verständnis und Verbindung schafft, teile ich mittlerweile seit mehr als 15 Jahren mit Menschen, die ebenso wie ich die Sehnsucht nach einer verbindenden Form des zwischenmenschlichen Austausches haben.

Seit 2011 verdichte ich die Quintessenz meiner Arbeit in dem von mir kreierten Titel „Wertschätzend Klartext reden“. 2019 ist mein gleichnamiges Buch erschienen.

Mein fachlicher Entwicklunsweg

Ich selbst habe mich in den letzten zwanzig Jahren intensiv mit den unterschiedlichsten (kommunikations-)psychologischen Ansätzen beschäftigt: Angefangen mit den Theorien von Schulz von Thun, der Transaktionsanalyse, NLP und Systemischen Coaching bin ich dann in die Welt der Wirtschaftsmediation und mit mehr als insgesamt 90 Fortbildungstagen in die der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) eingetaucht. Im Bereich der GFK haben mich dabei vor allem die Arbeit von Dr. Marshall B. Rosenberg, Gregg Kendrick und Susan Skype und ganz besonders Dr. Robert Gonzales geprägt, bei dem ich unter anderem auch sein zweijähriges LIFE-Programm absolviert habe. Im Laufe der Jahre ist das mediativ-synergetische Denken ebenso Bestandteil meiner Lebenshaltung geworden wie der bedürfnisfokussierte Ansatz der GFK.

Parallel hierzu habe ich mit meinem Mann Andreas den vierjährigen Kurs zur Paarsynthese und integrativen Paartherapie bei Michael Cöllen und Ulla Holm am Odenwald-Institut besucht (2007 – 2011). In diesen vier Jahren intensiver Paararbeit haben wir durch unsere Streitereien und Krisen eine Menge über uns und unsere Interaktionsmuster gelernt – aber auch über das, was Beziehung grundsätzlich gelingen oder auch nicht gelingen lässt. Statt einem kräftezehrenden und damit oftmals erschöpfenden Ringen miteinander sind wir über die Zeit mehr und mehr fähig geworden, eine lebendige und erfüllende Partnerschaft zu gestalten und zu leben. Mittlerweile begleite ich mit viel Herzblut andere Paare in Krisensituationen und in Entwicklungsprozessen. 

Da ich gerne immer weiter lerne und meinen Methodenkoffer erweitere, habe ich für meine Arbeit mit Paaren in der Zeit von September 2018 bis November 2020 eine weitere Weiterbildung zur Integrativen Paartherapie absolviert – diesmal am Hans-Jellouschek-Institut unter der Leitung von Marianne Walzer. Über die Entscheidung, dies zu tun, bin ich auch nach Abschluss meiner Ausbildung außerordentlich froh, da ich Marianne Walzer als eine wahre Bereicherung erlebt habe. Mit ihrem äußerst fundierten, breit gefächerten und ganzheitlich verknüpften Wissen, ihrer achtsamen Prozessgestaltung und ihrem herzlich-humorvollen Wesen lebt sie genau die Qualitäten, die auch mir in meiner eigenen Arbeit wichtig sind.

Bei der Begleitung meiner Klient*innen erlebe ich immer wieder:
Insbesondere Erlebnisse und Erfahrungen aus der Kindheit wirken oft bis ins Erwachsenenleben hinein. Sie führen zu ungewollten Verhaltensweisen oder Verhaltensmustern, mit denen man sich selbst oft „ein Bein stellt“. Um meine Klient*innen auch bei hierbei wirksam begleiten zu können, habe ich 2017 meinen „Kompetenz-Koffer“ bei Klaus Grochowiak um die Ausbildung zum System Coach ergänzt. Diese Ausbildung befähigt mich, systemische Familien- und Organisationsaufstellungen zu leiten. In einem weiteren Intensiv-Seminar bei Sarah Peyton habe ich die Arbeit mit Aufstellungen vertieft und deren Verbindung mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen erweitert. In der Zeit von Oktober 2018 bis Januar 2020 absolvierte ich bei Prof. Franz Ruppert das internationale Ausbildungscurriculum zur Identitätsorientierten Psychotraumatherapie (IoP) auf Grundlage der von ihm entwickelten Anliegenmethode. Insbesondere bei der Arbeit mit tief verletzten und damit in der Regel abgespaltenen Anteilen und Verhaltensmustern, die nur unzureichend bewusst steuerbar und somit veränderbar sind, stellt die IoP eine höchst wirksame Weiterentwicklung der Aufstellungsarbeit dar. Im Gegensatz zu den „klassischen“ Aufstellungen wirkt die Anliegenmethode auf der Grundlage von Resonanz und Gegenresonanz und bindet Klient*innen maximal aktiv und selbstbestimmt in den Prozess ein.