Gewaltfreie Kommunikation – Was ist das und was bringt es

Wer wirksam kommunizieren möchte, kommt an der GFK nicht vorbei. Hier erfährst du eine Menge über das Erfolgsrezept, was drin steckt und Fallstricke beim Lernen. Ich zeige dir, wie du praktisch einsteigen kannst und welche Bücher sich für einen Einstieg in das Thema lohnen.

Inhaltsverzeichnis

Gewaltfreie Kommunikation: Was ist das und wie funktioniert sie?

Was machst du wohl, wenn…

  • dein*e Partner*in heimkommt und statt dich zu begrüßen unleidig in den Raum ruft: „Sag mal, wie sieht es denn hier wieder aus!“?
  • du beim schicken Quartiers-Italiener versehentlich ein Rotweinglas umwirfst und deine Begleitung dies mit folgenden Worten quittiert: „Mensch ist es peinlich, mit dir unterwegs zu sein!“?
  • dein Kollege im ersten Meeting mit der neuen Chefin betont langsam und mit süffisantem Lächeln zu dir sagt: «Nicht wahr – du meinst mal wieder allen Ernstes, dass man mit einer so einfachen Lösung ein so komplexes Problem in den Griff bekommt…»?

Was ist die Grundidee der Gewaltfreien Kommunikation?

Genau solchen Situationen ist der US-amerikanische Psychologe Dr. Marshall B. Rosenberg auf den Grund gegangen. Was ihn dabei ganz besonders interessierte war die Frage: Wie kommt es, dass einzelne Menschen auch in herausfordernden Situationen offen und zugänglich bleiben, während andere zurückschießen oder sich ängstlich wegducken?

Seine Erkenntnis war: Es ist unsere Einfühlsamkeit, die darüber entscheidet, wie wir als Menschen auf das, was geschieht, reagieren. Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelte Marshall B. Rosenberg seit den 1960er Jahren das Kommunikationsmodell der Gewaltfreien Kommunikation (GFK).

Die GFK ist in Europa bis in die Mitte der 1990er Jahre wenig bekannt gewesen. Mittlerweile ist sie ein anerkanntes Kommunikationsmodell, das in vielen verschiedenen Lebensbereichen erfolgreich eingesetzt wird.  

Wo kann man die Gewaltfreie Kommunikation anwenden?

Ich vergleiche die Gewaltfreie Kommunikation mit einem Universalschlüssel. Das bedeutet: Gewaltfreie Kommunikation hilft in allen Lebenslagen. Ganz besonders hilft sie dann, wenn es mal wieder nicht ganz so rund läuft im Miteinander.

GFK hilft dir deshalb ganz besonders, wenn du etwas Kritisches ansprechen und die Chancen erhöhen möchtest, dass es dadurch keinen Streit gibt. Oder du möchtest gemeinsam mit anderen Menschen etwas erreichen, doch seid ihr gerade noch ziemlich uneinig über den Weg zum Ziel.

Hier ein paar konkrete Lebensbereiche, in welchen du mit GFK garantiert weiterkommst:  

In der Familie hilft die GFK auf der ganzen Linie im Umgang mit

  • deinem / deiner Partner*in
  • den eigenen Kindern
  • den Patchwork-Kindern
  • dem / der Ex-Partner*in
  • deinen Eltern
  • der sonstigen „buckligen“ Verwandtschaft

GFK im Beruf hilft beispielsweise

  • im Kontakt mit Kolleg*innen – insbesondere, wenn ihr ziemlich verschieden „tickt“
  • beim Umgang mit dem / der aufbrausenden Chef*in
  • im Umgang mit Auftraggeber*innen, Kund*innen oder Lieferant*innen – vor allem, wenn es gerade nicht so läuft, wie sie es gerne hätten oder auch du es gerne hättest
  • mit deinen Mitarbeitenden, wenn du eine Führungskraft bist

GFK in der Schule hilft zum Beispiel

  • bei Streitigkeiten zwischen Schüler*innen
  • im Umgang mit „schwierigen“ Schüler*innen
  • beim Austausch mit besorgten Eltern oder Eltern, die immer alles besser wissen
  • Kolleg*innen, sofern ihr zusammenarbeiten müsst oder es Knatsch gibt im Kollegium
  • beim Umgang mit der Schulleitung

GFK im Alltag hilft beispielsweise im Umgang mit

  • nachbarschaftlichen Unpässlichkeiten
  • Unstimmigkeiten im Verein
  • Ärgernissen beim Einkaufen, Anstehen, Autofahren etc.

Was hat es mit dem Namen „Gewaltfreie Kommunikation“ auf sich?

Der Name der Gewaltfreien Kommunikation leitet sich aus Rosenbergs Beschäftigung mit Mahatma Gandhi und seiner eigenen Überzeugung ab, dass Gewalt nicht nur physisch, sondern auch verbal erfolgen kann. Weil sich unter „verbaler Gewalt“ allerdings viele nicht wirklich was vorstellen können, erkläre ich es in meinen Seminaren gerne auch so:

Gewaltvolle Kommunikation ist eine Form des Sprechens, auf die der Otto-Normalmensch üblicher Weise mit emotionalem Stress reagiert. Gewaltfreie Kommunikation ist im Umkehrschluss eine Art des Kommunizierens, bei der sich Menschen sicher und gut aufgehoben fühlen und deshalb maximal entspannt sein und bleiben können.

Allerdings: Nicht alles, auf das du mit emotionalem Stress reagierst, ist eine Folge dessen, dass Menschen „gewaltvolle Sprache“ im Austausch mit dir nutzen. Was gegebenenfalls du noch in die Waagschale wirfst, damit emotionaler Stress entsteht, erfährst du in einem meiner nächsten Blogbeiträge.

Kann man der Gewaltfreien Kommunikation nicht einen besseren Namen geben?

Der Name „Gewaltfreie Kommunikation“ löst häufig Irritationen aus. Häufig höre ich auch folgenden Kommentar: „Also, wir schlagen uns nicht, wenn wir miteinander reden!“. Um klarer zu machen, worum es bei der GFK tatsächlich geht, wird sie deshalb auch gerne „Wertschätzende Kommunikation“, „Empathische Kommunikation“ oder „Bedürfnisorientierte Kommunikation“ genannt.

Ich persönlich habe die Essenz der Gewaltfreien Kommunikation für mich mit „Wertschätzend Klartext reden“ auf den Punkt gebracht. Seit 2010 nutze ich die von mir kreierte Bezeichnung, wenn ich über die GFK spreche. Auch mein 2019 erschienenes Buch trägt den Titel „Wertschätzend Klartext reden“.  Allerdings: In „Wertschätzend Klartext reden“ steckt weit mehr als die Gewaltfreie Kommunikation. In einem nächsten Blogpost schreibe ich mehr über „Wertschätzend Klartext reden“.

Was sind „gewaltvolle“ Sprachmuster?

Die Gewaltfreie Kommunikation kennt vier Sprachmuster, die die meisten Menschen so gar nicht verknusen können.  Ich selbst bezeichne diese Sprachmuster gerne als „Kommunikation mit Eskalationspotenzial“, denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Gespräch leicht eskaliert, wenn du die folgenden Sprachmuster verwendest:

  • Vorwürfe, Bewertungen und Urteile wie zum Beispiel:
    •  „Du bist einfach krass egoistisch!“
    • „Jetzt sei doch nicht wieder so empfindlich!“
    • „Sagen wir es mal so: Sie haben schon einen recht herausfordernden Charakter…“

  • Vergleiche wie zum Beispiel:
    • „Du stellst dich an wie ein verzogenes Einzelkind!“
    • „Nimm dir mal ein Beispiel an deiner Schwester! Die bekommt ihren Job und die Kindererziehung spielend auf die Reihe…“
    • „Also Ihr Vorgänger hatte mit unseren Abläufen keinerlei Schwierigkeiten!“

  • Verantwortung leugnen in dem Sinne, dass wirandere Menschen verantwortlich machen für die Misere, in der wir gemeinsam stecken:
    • „Wenn du nicht so empfindlich wärest, dann hätten wir keinerlei Probleme!“
    • „Wieso soll ich freundlich bleiben, wenn du die ganze Zeit nur rumnölst?“
    • „Wieso soll ich auf meine Flugreisen verzichten, wenn es an anderen Orten der Welt noch Kohlekraftwerke gibt?“

  • Erwartungshaltungen, Forderungen und das drohende Einfordern von erwünschten Verhaltensweisen:  
    • Du solltest mal lernen, dass sich nicht immer alles um dich dreht!
    • Der Geschirrspüler wird immer mittwochs ausgeräumt. Basta.
    • Wenn du so weitermachst, dann sind wir bald geschiedene Leute!

Vermutlich sind dir Aussagen wie diese nicht ganz unbekannt!? Ganz sicher hast du auch schon Sprüche wie diese gesagt bekommen – und sicher auch schon selbst gesagt. Wenn du magst, dann halte hier doch kurz inne und notiere ein paar dieser Sätze. Wenn du damit fertig bist, dann frag‘ dich als nächstes: Wohin gehen deine Mundwinkel, wenn du diese Sätze denkst? Vielleicht magst du noch einen Schritt weitergehen und bevor du weiterliest überlegen, weshalb Marshall B. Rosenberg bei Sprachmustern wie diesen von einer Sprache spricht, die das Einfühlungsvermögen blockiert?

Weshalb blockieren gewaltvolle Sprachmuster das Einfühlungsvermögen?

Vor ein paar Tagen habe ich eine Freundin getroffen. Sie fragte mich, wie es mir gehe. Ich erzählte ihr, dass ich neben meinen üblichen Seminaren, Übungsgruppen und Begleitungsterminen auch noch an meiner neuen Website arbeite. Daneben habe ich noch einen Artikel zu schreiben. Auch meine ersten Blogbeiträge waren in der Mache. Kurz und gut: Ich erzählte ihr, dass seit Wochen meine Tage um 6 Uhr beginnen und ich erst gegen Mitternacht erschöpft den Rechner ausmache. Sie schaute mich an und sagte: „Du solltest weniger arbeiten.“ Ich war perplex, denn mit einer Antwort wie dieser habe ich wirklich nicht gerechnet. Natürlich hatte sie recht, allerdings: Wirklich einfühlsam fand ich ihre Antwort nicht.

Einfühlsam zum Beispiel wäre es gewesen, wenn sie meine Erschöpfung wahrgenommen und mir diese gespiegelt hätte. Das hätte zum Beispiel so klingen können:

„Oh krass, das klingt so, als wenn du wirklich erschöpft bist und dich gerade voll nach Entspannung sehnst.“

Auch wenn eine einfühlsame Spiegelung keinen zusätzlichen Informationsgehalt hat – emotional wohltuend ist sie sehr. Wird sie darüber hinaus auch noch – wie hier geschehen – um eine bedürfnisorientierte Vermutung erweitert, dann ist sie sogar wirklich hilfreich. Sie ist hilfreich, weil sie uns dabei hilft, damit in Verbindung zu kommen, worum es uns bei unseren Aussagen auf der Ebene unserer Bedürfnisse geht (in diesem Fall nämlich Entspannung).

Was genau „macht“ die GFK?

Die Gewaltfreie Kommunikation hilft dir, Gespräche so führen zu können, dass du dabei mehr an

  • Klarheit – statt unstrukturiertem Gefasel
  • Einfühlsamkeit – statt bewertender Härte
  • Bewusstsein für das, was du und dein Gegenüber wirklich braucht

erleben kannst.

Zusätzlich fördert die GFK

  • verständnisvollen Austausch – statt kontroverser Diskussionen
  • zwischenmenschliches Miteinander – statt vorwurfsvollem Gegeneinander
  • synergetische Lösungen, die für alle stimmen – statt fauler Kompromisse

Damit alle positiven Effekte der Gewaltfreien Kommunikation zum Tragen kommen, musst du sowohl die Technik als auch die Haltung der GFK verinnerlichen.

Auf der technischen Ebene geht es um eine alternative Form der Sprachgestaltung. Mit anderen Worten: Mithilfe der GFK lernst du, dich anders auszudrücken, als du es gewohnt bist.

Das sprachliche Gerüst hierfür bieten die „4 Schritte“ der GFK. Die 4 Schritte helfen dir dabei, all die hübschen Sprachmuster, die Sprache „gewaltvoll“ werden lassen (vgl. den Abschnitt „Was sind „gewaltvolle“ Sprachmuster?“ in diesem Blogpost), durch eine Sprache zu ersetzen, die klar und prägnant sowie einfühlsam und wertschätzend ist.

Du möchtest mehr über die 4 Schritte erfahren? Dann lies meinem Blogpost „Gewaltfreie Kommunikation: Die 4 Schritte – So gelingen sie wirklich“. In diesem Beitrag erkläre ich anschaulich und praxisnah, was die 4 Schritte sind und wie sie angewandt werden, damit sie wirklich funktionieren.

Auf der haltungsmäßigen Ebene geht es darum, Denkstrukturen zu überwinden, die dich in der Idee gefangen halten, es sei die Welt „da draußen“, die dich ärgert, nervt oder verletzt. Die Haltungsänderung, die mit dem Verinnerlichen der GFK einhergeht, ist äußerst tiefgreifend. Sie umfasst die Beziehungsgestaltung zu dir, zu deinem Gegenüber und letztlich der gesamten Welt. Kein Wunder, dass die ernsthafte Beschäftigung mit der GFK auch immer zu der Erkenntnis führt, dass es einen sozialen Wandel braucht, wenn wir in einer Welt leben wollen, die der Haltung der GFK entspricht.

Die Haltung der Gewaltfreien Kommunikation vermittle ich sehr gerne anhand des 4-Stühle-Modells. Das 4-Stühle-Modell gründet in dem 4-Ohren-Modell der GFK. Ich habe es bei Klaus Karstätt und Gregg Kendrick kennengelernt. In seiner mittlerweile vorliegenden Breite und Tiefe habe ich es in den letzten mehr als zehn Jahren selbst entwickelt. Dabei habe ich das 4-Ohren-Modell der GFK mit anderen bekannten (kommunikations-)psychologischen Ansätzen verbunden. Mittlerweile fügen sich die GFK, Schulz von Thuns Kommunikationsquadrat, die Transaktionsanalyse wie auch die Arbeit mit dem Inneren Kind, die Traumaarbeit und tiefenpsychologische Betrachtungen zu einem kohärenten, d. h. in sich stimmigen, Ganzen.

Stuhl 1 und Stuhl 2 repräsentieren die Welt, in der die meisten von uns sozialisiert wurden. Sie ist stark geprägt von einem Denken in den Kategorien von richtig und falsch und wird dominiert von der polarisierenden und trennenden Sicht des Entweder – Oders. Stuhl 3 und Stuhl 4 sind die „GFK-Stühle“. Auf beiden Stühlen geht es um ein grundsätzliches OK-Sein und zwar sowohl von dir selbst als auch von deinem Gegenüber. Stuhl 3 und Stuhl 4 sind eingebettet in ein synergetisches Verständnis, in dem  sowohl das sein darf, was dir wichtig ist als auch das, was dein Gegenüber bewegt. Du möchtest mehr über das 4-Stühle-Modell erfahren? Dann freue dich auf einen meiner nächsten Blogposts!

Aus welchen Prozessen besteht die GFK?

Die Gewaltfreie Kommunikation wird häufig gleichgesetzt mit den „4 Schritten“ der GFK. Das stimmt allerdings nur teilweise, denn die GFK beinhaltet mehr als nur die 4 Schritte. Insgesamt besteht sie aus vier Schlüsselkompetenzen / Prozessen. Hier sind sie im Überblick:

  • Selbstbewusstwerdung – die Fähigkeit, selbst klären zu können, worum es dir in der jeweiligen Situation im Grunde geht
  • Authentischer Selbstausdruck – die Fähigkeit, dich klar und wertschätzend mitteilen zu können
  • Empathisches Zuhören – die Fähigkeit, dein Gegenüber auf der Ebene seiner Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen und dies in Worte fassen zu können
  • Dialogische Gesprächsführung – die Fähigkeit, ein Gespräch ausgewogen und eng aufeinander bezogen führen zu können

Du fragst dich, wo sich in dieser Aufzählung die erwähnten 4 Schritte verbergen? Die 4 Schritte stecken gleich in zweien dieser Schlüsselkompetenzen / Prozesse: Zum einen besteht der authentische Selbstausdruck aus den vier Schritten, zum anderen sind sie aber auch die Grundlage für den Selbstbewusstwerdungsprozess.

Zu den einzelnen Prozessen der GFK werde ich gesonderte Blogposts schreiben. Der erste dieser Blogposts ist bereits erschienen. In diesem geht es um den authentischen Selbstausdruck und damit um die 4 Schritte der Gewaltfreien Kommunikation. Wenn es dich interessiert, was es mit den 4 Schritten genauer auf sich hat und wie es klingt, GFK zu sprechen, dann empfehle ich dir, meinen Blogbeitrag zu den 4 Schritten zu lesen. Hier geht es zum entsprechenden Blogpost.  

Wie kann ich mit dem GFK-Lernen beginnen?

Du hast den Blogpost zu den 4 Schritten der GFK gelesen und Lust auf „mehr GFK“ bekommen? Am besten beginnst du in diesem Fall mit einem Einführungskurs. Dort bekommst du alles genau erklärt und gezeigt, kannst dich ausprobieren und Fragen stellen. Danach kannst du mit dem Üben beginnen und einzelne Aspekte der GFK vertiefen.

Nach meinem Dafürhalten sollte ein GFK-Einführungskurs folgende Inhalte umfassen:

  • Grundidee der GFK
  • Haltung der GFK
  • Die 4 Schritte der GFK
  • Der Selbstbewusstwerdungsprozess
  • Empathie mit unserem Gegenüber

Ich empfehle Einführungskurse von zwei oder drei Seminartagen. Diese Zeit braucht es, um einen wirklich umfassenden Überblick der Themen zu bekommen und auch genügend Zeit zu haben, damit sich der Sinn und Zweck der einzelnen Prozesse und Herangehensweisen erschließt.

…und wenn ich lieber lesen mag? Büchertipps für den Einstieg

Ich selbst bin mit Marshall B. Rosenbergs Buch „Eine Sprache des Lebens“ in die Welt der GFK eingestiegen. Für diejenigen, die nicht nur lesen, sondern gleich auch ein bisschen für sich üben mögen, ist hierzu Ingrid Hollers Trainingsbuch „Gewaltfreie Kommunikation: Abwechslungsreiche Übungen für Selbststudium und Seminare eine gute Ergänzung.

Als weitere Einstiegsliteratur gefällt mir auch der kleine Taschenguide „Gewaltfreie Kommunikation“ von Andreas Basu und Liane Faust sehr gut.

Wenn du dich eingehender mit Gefühlen und Bedürfnissen beschäftigen magst, dann möchte ich dir zudem folgendes Buch von Gerlinde Fritsch empfehlen: „Der Gefühls- und Bedürfnisnavigator: Gefühle & Bedürfnisse wahrnehmen. Orientierungshilfe für Psychosomatik- und Psychotherapiepatienten“.

Auch mein Buch „Wertschätzend Klartext reden“ eignet sich zum Einstieg. Allerdings sei gesagt: 

An meinem Buch wirst du nur dann Freude haben, wenn du dich intensiver als nur ein wenig mit der GFK auseinandersetzen magst. In diesem Fall allerdings lernst du garantiert eine ganze Menge – sowohl im Hinblick auf die “Mechanik“ kommunikativer Abläufe als auch im Hinblick auf die Psycho-Logik des menschlichen Erlebens. Zudem helfen viele Beispiele dabei, die Theorie in die Praxis umzusetzen. 

Für diejenigen, die bereits einiges (kommunikations-)psychologisches Vorwissen mitbringen, hilft mein Buch zu verstehen, wie die GFK sich mit anderen kommunikationspsychologischen Ansätzen verbinden lässt (Einsteiger*innen können diesen Teil einfach weglassen oder später lesen 😊) und wie die GFK auch Themen wie z. B. die Arbeit mit dem Inneren Kind oder Trauma-Arbeit erweitern und vertiefen kann.

Du möchtest mein Buch lesen?  Hier entlang

Stolpersteine auf dem GFK-Lernweg

Mit dem Basiswissen aus dem Einführungskurs kannst du dann beginnen, die GFK praktisch umzusetzen. Dabei wirst du allerdings schnell merken:

  • Es ist gar nicht so einfach, die Konzepte der GFK in die Praxis umzusetzen. Die Sprache der GFK ist im Alltag fremd. Insbesondere fehlen Referenzerfahrungen, wie z. B. eine praxistaugliche Formulierung der 4 Schritte oder eine empathische Vermutung klingen kann.
  • Menschen mögen es nicht, GFK-Versuchskaninchen zu sein. Viele reagieren deshalb leicht verschnupft, wenn sie merken, dass du gerade Kommunikationstechniken übst derweil du mit ihnen sprichst. 
  • Immer wieder wirst du Widerstand erleben – auch wenn du meinst, mit deinen 4 Schritten ganz toll unterwegs gewesen zu sein. Du bist ratlos und fragst dich: „Warum denn das?“

Und nicht zuletzt:

  • Die GFK ist flüchtiger als du womöglich denkst. Schon nach vier Wochen wird sie häufig von der gewohnten Art zu kommunizieren verdrängt, einfach weil diese dich im Alltag fast überall umgibt.

Übrigens: Diese Erfahrungen macht so ziemlich jede/r auf ihrem und seinem GFK-Entwicklungsweg.

So geht es weiter

Um diesen Stolperfallen entgegenzuwirken, bietet es sich an, die GFK nach dem Einführungskurs in einem geschützten und angeleiteten Rahmen zu üben. Das passende Format sind hier die GFK-Übungsgruppen. Übungsgruppen bieten viele GFK-Trainer*innen an – sowohl in Präsenz als auch zunehmend online. In der Regel finden Übungsgruppen regelmäßig statt – alle zwei bis vier Wochen und dauern zwischen 1,5 und 3 Stunden.

Ich selbst habe mich entschieden, meine Übungsgruppen einmal pro Monat anzubieten. Klar ist es toll, noch häufiger GFK zu üben, doch habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein Termin im Monat für viele Menschen neben all den sonstigen Verpflichtungen gerade so leistbar ist. Und letztlich gilt auch bei der GFK die Prämisse: Lieber kontinuierlich dranbleiben als Vollgas zu geben und dann zu merken, dass man Vollgas auf Dauer nicht leisten kann. 

Zum GFK-Lernen gehört es nach meiner Erfahrung aber auch, sich mit den eigenen „roten Knöpfen“ auseinander zu setzen. Weshalb das so ist, erfährst du im nächsten Abschnitt:

Wie lange brauche ich, bis ich GFK kann?

Technisch geht das Erlernen der GFK recht schnell. Dahinterzukommen, was dich in bestimmten Situationen jeweils nervt und was du brauchst – das braucht schon etwas mehr Zeit und auch mehr Übung. Richtig herausfordernd wird es allerdings dann, wenn deine „roten Knöpfe“ gedrückt werden. Für einen GFK-mäßigen Umgang mit deinen Empfindlichkeiten – dafür brauchst du schon eine gute Weile.

Wenn du stark emotional reagierst, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass tiefere Schichten angerührt wurden bei dir. Das können alte Verletzungen sein oder auch traumatische Erlebnisse. Solange du diese wunden Punkte nicht aufgearbeitet hast, wirst du genau dort GFK nicht können, wo du es am meisten bräuchtest.

Dazu kommt: Die 4 Schritte zu können bedeutet nicht, GFK zu können. Für GFK brauchst du auch die Fähigkeit, dein Gegenüber empathisch (d.h. einfühlsam und bedürfnisorientiert) aufnehmen zu können. Darüber hinaus musst du auch die dialogische Gesprächsführung beherrschen. Was dialogische Gesprächsführung bedeutet – auch das werde ich in einem meiner nächsten Blogposts näher erklären.

Bis all das klappt, brauchst du in etwa 10 % deines aktuellen Lebensalters. Das hat bereits Marshall B. Rosenberg gesagt und meine eigenen Erfahrungen bestätigen das. Das heißt konkret:

  • Bist du 25 Jahre alt, dann kannst du schon in 2 bis 2,5 Jahren GFK-mäßig ganz schön weit vorne sein.
  • Bist du 50 Jahre alt, dann brauchst du bedauerlicher Weise etwa doppelt so lang.

Lass dich von den genannten Zahlen nicht abschrecken! Gut Ding braucht einfach Weile. Das ist bei allem so, was du richtig gut können willst – sei es nun Yoga, Golfen, Tanzen oder Fußballspielen. Weshalb soll es gerade bei der GFK schneller gehen?

Lohnt sich der ganze Aufwand?

Wenn man sich anschaut, wie lange es braucht, um GFK zu können, dann fragst du dich womöglich:  Lohnt sich der ganze Aufwand? Für mich steht es außer Frage: Ja!

Mithilfe der GFK habe ich es geschafft, mein früher häufig schwer fassbares emotionales Erleben greifbar werden zu lassen. Die einzelnen Schritte der GFK unterstützen mich, wenn es darum geht, wohltuende Ordnung in meine Gedanken und Gefühle zu bringen und zu verstehen, worum es mir in der jeweiligen Situation wirklich geht. Heute bekomme ich häufig zurück gemeldet, dass Menschen sehr beeindruckt sind von der Klarheit, mit der ich sowohl im Kopf, im Bauch und im Herzen unterwegs bin.

Die GFK hat mir zudem geholfen, mich so auszudrücken, dass ich ehrlich sein kann, ohne anderen Menschen auf den Schlips zu treten. Ich muss nicht mehr tagelang grübeln, wie ich etwas Kritisches anmerken kann, ohne dass es gleich zu einem Krach kommt. Gleichzeitig habe ich gelernt, mein Gegenüber empathisch und wohlwollend hören zu können – auch wenn es womöglich in einer Art und Weise mit mir spricht, die ich nicht besonders mag. Durch diese neue Art des Hörens muss ich mich nicht festbeißen am Gesagten, sondern kann durchtauchen zu dem eigentlich Gemeinten. All das macht mein Leben leicht und zwischenmenschliche Begegnungen entspannt und friedlich.

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Piroska Gavallér-Rothe

Piroska Gavallér-Rothe

Kommunikations-Coach, Buchautorin, Speakerin
Hallo, ich bin Piroska

Wenn Du tiefer einsteigen willst, kontaktiere mich gern!

Dies ist ein Bild von Piroska-Gavaller-Rothe, Kommunikationstrainerin

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